{"id":106,"date":"2020-07-14T10:12:08","date_gmt":"2020-07-14T10:12:08","guid":{"rendered":"http:\/\/pferdekultur.at\/?page_id=106"},"modified":"2020-07-14T10:12:09","modified_gmt":"2020-07-14T10:12:09","slug":"skala-der-ausbildung","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/pferdekultur.at\/?page_id=106","title":{"rendered":"Skala der Ausbildung"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Takt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Takt<\/strong> ist das r\u00e4umliche und zeitliche Gleichma\u00df aller Schritte, Tritte und Spr\u00fcnge. Der Takt muss in allen Tempi \u2013 Arbeitstempo, Verst\u00e4rkung und Versammlung \u2013 erhalten bleiben. Der Takt ist der erste Punkt der Ausbildungsskala.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einem taktm\u00e4\u00dfig gehenden Pferd bleibt das Gleichma\u00df nicht nur auf gerader Linie, sondern auch in allen \u00dcberg\u00e4ngen und Wendungen erhalten. Der Takt muss der jeweiligen Gangart entsprechen. Der Schritt ist ein Viertakt, Trab ein Zweitakt und der Galopp in der Regel ein Dreitakt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow\">\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Erreichen bzw. Festigen des Taktes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Grundlagen, die f\u00fcr ein taktm\u00e4\u00dfiges Reiten\/Fahren notwendig sind, sind unter anderem die folgenden.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>durch Einhalten eines bestimmten, dem jeweiligen Pferd angepassten Grundtempos<\/li><li>gleichm\u00e4\u00dfiges Treiben<\/li><li>gef\u00fchlvolle, weiche Z\u00fcgelhilfen<\/li><li>geschmeidiges Eingehen in die Bewegung des Pferdes<\/li><li>korrekte Anlehnung<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Korrekturm\u00f6glichkeiten von Taktfehlern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>l\u00f6sende \u00dcbungen mit h\u00e4ufigen \u00dcberg\u00e4ngen<\/li><li>longieren<\/li><li>Cavalettiarbeit<\/li><li>Springgymnastik, Reiten im Gel\u00e4nde<\/li><\/ul>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Losgelassenheit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Losgelassenheit<\/strong> beschreibt beim Reiten oder Fahren den Zustand, in dem ein Pferd mit schwingendem R\u00fccken, nach vorne gedehntem Hals und ohne Eile mit nat\u00fcrlichen, taktm\u00e4\u00dfigen und entspannten Bewegungen l\u00e4uft und auf die Hilfen des Reiters bzw. Fahrers reagiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Losgelassenheit dient als Voraussetzung f\u00fcr jede weitere Ausbildung. Die taktm\u00e4\u00dfigen Bewegungen sind nur dann richtig, wenn sie \u00fcber den schwingenden R\u00fccken gehen und sich die Muskeln des Pferdes zwanglos und unverspannt an- und abspannen. Takt und Losgelassenheit erg\u00e4nzen sich gegenseitig.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:32px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Was soll durch Losgelassenheit erreicht werden?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Aufw\u00e4rmen von Muskeln, Sehnen und B\u00e4ndern (dies gew\u00e4hrt eine ausreichende Durchblutung und beugt so Verletzungen und Verschlei\u00dferscheinungen vor)<\/li><li>Verbesserung der R\u00fcckent\u00e4tigkeit<\/li><li>Aktivierung des Durchschwingens und Herantreten der Hinterbeine (die gew\u00fcnschte Leistungsf\u00e4higkeit wird dadurch erreicht und auch erhalten)<\/li><li>Voraussetzung f\u00fcr Anlehnung, Schwung und Versammlung<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie erkenne ich ein losgelassenes Pferd?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Zufriedener Gesichtsausdruck (Auge, Ohren)<\/li><li>Gleichm\u00e4\u00dfig schwingender R\u00fccken<\/li><li>Geschlossenes, t\u00e4tig kauendes Maul<\/li><li>Getragener, mit der Bewegung pendelnder Schweif<\/li><li>Abschnauben (innere Zufriedenheit)<\/li><li>Vorw\u00e4rts-Abw\u00e4rtsdehnen<\/li><li>Herantreten ans Gebiss und sich davon Absto\u00dfen (relative Aufrichtung)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie erreiche ich Losgelassenheit?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Losgelassenheit wird in der t\u00e4glichen Arbeit durch die L\u00f6sungsphase zu Beginn des Reitens erreicht. Diese beginnt mit der Arbeit im Schritt, die sowohl der Erw\u00e4rmung der Muskulatur dient als auch durch Bildung von Gelenkfl\u00fcssigkeit die Beweglichkeit des Bewegungsapparates verbessert. Bereits in dieser Phase beginnt mit Seiteng\u00e4ngen und gebogenen Linien mit Handwechseln das L\u00f6sen des Pferdes. Danach kann das Pferd im Trab mit \u00e4hnlichen \u00dcbungen locker und entspannt gemacht werden, es eignen sich auch Tempounterschiede oder die Arbeit \u00fcber Stangen und Cavaletti.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Anlehnung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Man versteht unter <strong>Anlehnung<\/strong> die Verbindung zwischen Hinterhand, Pferder\u00fccken, Reiter-\/Fahrerhand und Pferdemaul (Gebiss) \u00fcber die Z\u00fcgel.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ausdruck ist insofern irref\u00fchrend, als sich das Pferd nicht auf die Hand lehnen bzw. st\u00fctzen soll. Vielmehr soll eine federnde, weiche, gleichm\u00e4\u00dfige Verbindung zustande kommen und das Pferd soll zufrieden auf dem Gebiss kauen. Die Anlehnung ist die Grundlage, um weitere Lektionen korrekt reiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:21px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Was versteht man unter korrekter Anlehnung?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anlehnung als Folge der Losgelassenheit ist die weiche Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul. Sie besteht, wenn das losgelassene Pferd die Anlehnung an das Gebiss sucht und somit an die Hand des Reiters herantritt: \u201eDas Pferd sucht die Anlehnung, der Reiter gestattet sie.\u201c Das gibt dem Reiter die M\u00f6glichkeit, Gangart, Tempo, Haltung, Bewegungsrichtung usw. zu bestimmen und zu regulieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Beiz\u00e4umung (das Pferd \u201esteht am Z\u00fcgel\u201c \u2192 vermehrte Halsw\u00f6lbung und Biegung im Genick) ist die weiterentwickelte Stufe der Anlehnung als Folge- und Begleitererscheinung sachgem\u00e4\u00dfer Dressurarbeit. Dabei ist die Anlehnung abh\u00e4ngig vom Alter, Ausbildungsstand und Geb\u00e4ude des Pferdes, sowie der Gangart, des Tempos (Rahmenerweiterung) und des Grads der Versammlung. In der klassischen Reitlehre wird verlangt, dass sich dabei die Stirnlinie des Pferdes kurz vor der Senkrechten befindet und das Genick der h\u00f6chste Punkt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die richtige Anlehnung gibt dem Pferd die n\u00f6tige Sicherheit, sein nat\u00fcrliches Gleichgewicht unter dem Reiter wiederzufinden und sich im Takt der verschiedenen Gangarten auszubalancieren.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:32px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fehler in der Anlehnung<\/strong><strong><\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Ursachen f\u00fcr eine fehlerhafte Anlehnung k\u00f6nnen gesundheitliche Probleme des Pferdes oder ein unzureichender Ausbildungsstand von Reiter\/Fahrer oder Pferd sein.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Hinter der Senkrechten<\/h5>\n\n\n\n<ul><li>H\u00f6chster Punkt liegt im ersten Drittel des Halses, die Stirn-Nasenlinie befindet sich hinter der Senkrechten. Entsteht durch zu starke Handeinwirkung.<\/li><li>Korrekturansatz: Vorgehen der Hand in Verbindung mit treibenden Hilfen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Hinter dem Z\u00fcgel<\/h5>\n\n\n\n<ul><li>Stirn-Nasenlinie befindet sich hinter der Senkrechten, Pferd weicht den Z\u00fcgelhilfen nach hinten aus und nimmt diese nicht an. Entsteht durch unruhige oder st\u00e4ndig zu hohe Hand oder durch eine mangelnde stete Verbindung.<\/li><li>Korrekturansatz: Wiederherstellen der Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul (weiche, elastische und tief f\u00fchrende Hand), Longieren, vermehrtes Heranreiten an die Reiterhand<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Falscher Knick<\/h5>\n\n\n\n<ul><li>H\u00f6chster Punkt des Pferdehalses liegt zwischen dem dritten oder vierten Halswirbel. Entsteht durch Erzwingen der Anlehnung mit r\u00fcckw\u00e4rts wirkenden H\u00e4nden; tritt vor allem bei Pferden mit tief angesetztem Hals auf (Disposition) .<\/li><li>Korrekturansatz: elastische Verbindung zum Pferdemaul, energisches Treiben, h\u00e4ufiges \u201eZ\u00fcgel-aus-der-Hand-kauen-lassen\u201c.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Auf dem Z\u00fcgel<\/h5>\n\n\n\n<ul><li>Pferd st\u00fctzt sich auf dem Gebiss ab und tritt nicht gen\u00fcgend von der Hinterhand an das Gebiss heran.<\/li><li>Korrekturansatz: Angemessenes Annehmen und Nachgeben, Reiten von \u00dcberg\u00e4ngen, Aktivierung der Hinterhand durch vermehrtes Treiben (\u2192 treibende Hilfen m\u00fcssen vorherrschen).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Gegen \/ \u00fcber den Z\u00fcgel<\/h5>\n\n\n\n<ul><li>Stirn-Nasenlinie ist deutlich vor der Senkrechten, Pferd dr\u00fcckt mit der Unterhalsmuskulatur bei weggedr\u00fccktem, festgehaltenem R\u00fccken gegen die Hand.<\/li><li>Korrekturansatz: Longieren vom k\u00fcrzerem zum l\u00e4ngerem Z\u00fcgel, h\u00e4ufiges Z\u00fcgel-aus-der-Hand-kauen-lassen, seitw\u00e4rts weisende Z\u00fcgelhilfe, um dem Pferd den \u201eWeg in die Tiefe\u201c zu zeigen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Schwung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Als<strong> Schwung<\/strong> oder Flei\u00df beim Pferd bezeichnet man den energischen Impuls der Hinterhand des Tieres, der auf die Gesamtvorw\u00e4rtsbewegung des Pferdes \u00fcbertragen wird. Schwung ist im Gegensatz zu Schub nicht von Natur aus vorhanden und kann durch die Ausbildung des Pferdes gef\u00f6rdert werden:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchwung ist das Ergebnis reiterlicher Ausbildungsarbeit, die zwar den nat\u00fcrlichen Gang des Pferdes nutzt, ihm aber die Eigenschaften Losgelassenheit, Schub aus der Hinterhand und Durchl\u00e4ssigkeit hinzuf\u00fcgt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Schwunghafte Gangarten sind Trab und Galopp, da diese Bewegungsabl\u00e4ufe eine Schwebephase beinhalten, in der sich alle vier Beine des Pferdes \u00fcber dem Boden befinden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Voraussetzung f\u00fcr die Schwungentwicklung<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Unabdingbar f\u00fcr die Entwicklung des Schwungs ist die Hankenbeugung, also die Beugung von H\u00fcft- und Kniegelenk: &#8220;Je l\u00e4nger diese Beugephase auf Kosten reiner Streckung dauert, desto wiegender und schwungvoller wird der Gang&#8221;, es kommt zum &#8220;elastischen Vorschwingen noch aus der Bewegung heraus&#8221;. Weitere Voraussetzungen f\u00fcr schwungvolle Bewegungen sind:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>der geschmeidige und ausbalancierte Sitz des Reiters<\/li><li>korrekte Hilfengebung des Reiters\/Fahrers<\/li><li>Takt, Losgelassenheit und Anlehnung des Pferdes (die drei ersten Punkte der Ausbildungsskala)<\/li><li>das Fehlen k\u00f6rperlicher Beeintr\u00e4chtigungen oder das Bestehen erheblicher Geb\u00e4udem\u00e4ngel des Pferdes<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em><strong>Wie erkenne ich, dass mein Pferd schwungvoll l\u00e4uft?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die Sprunggelenke werden sofort nach dem Abfu\u00dfen nach vorw\u00e4rts gebeugt, nicht nach oben oder hinten.<\/li><li>Durch den Schub nach vorne und \u00fcber den schwingenden R\u00fccken wird der Reiter in die Bewegung hineingesetzt und gelangt zu einem tiefen und geschmeidigen Sitz.<\/li><li>Verbesserung der Aktion der Vorderbeine<\/li><li>ausgepr\u00e4gtere Schwebephase<\/li><li>bei Trabverst\u00e4rkungen vermehrter Raumgriff<\/li><li>bei Galoppverst\u00e4rkungen vermehrter Bodengewinn<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie kann ich Schwungentfaltung erreichen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schwung baut auf den vorherigen Punkten der Skala der Ausbildung auf. Er ist &#8220;die \u00dcbertragung des energischen Impulses aus der Hinterhand auf die Gesamt-Vorw\u00e4rtsbewegung des Pferdes&#8221;, deswegen f\u00f6rdert jede Lektion, die die Hinterhand zum vermehrten Untertreten anregt, den Schwung. Auf der Schwungentwicklung basieren die folgenden Punkte der Skala der Ausbildung, aber nicht im Sinne eines linearen Fortschritts, denn f\u00fcr die Entwicklung des Schwungs ist es n\u00f6tig, dass das Pferd bereits \u00fcber Geraderichtung und ein gewisses Ma\u00df an Versammlung verf\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Geraderichtung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Geraderichten<\/strong> bedeutet, dass das Pferd<em> <\/em>in Stellung und Biegung mit den Hinterhufen in die Spur der Vorderhufe<em> <\/em>einfu\u00dft. Erreicht werden soll mit der Geraderichtung die gleichm\u00e4\u00dfige Belastung der Vorder- und Hinterbeine. Nur ein geradegerichtetes Pferd kann den n\u00e4chsten Schritt der Ausbildung, die Versammlung, erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Geraderichten hat nichts mit Geradeausreiten zu tun, sondern wird vor allem durch das beidseitige Reiten auf gebogenen Linien gef\u00f6rdert. Die nat\u00fcrliche Schiefe des Pferdes soll ausgeglichen werden, um einem vorzeitigen, einseitigen Verschlei\u00df vorzubeugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im ungeschulten Zustand kann sich das Pferd auf zwei Hufschl\u00e4gen besser ausbalancieren. Vier F\u00fcnftel aller Pferde sind nach rechts schief, d.h. das Pferd tritt mit dem rechten Hinterhuf seitlich rechts neben die Spur des rechten Vorderfu\u00dfes. Die vom rechten Hinterbein entwickelte Schubkraft wirkt somit diagonal \u00fcber die linke Schulter des Pferdes und belastet vermehrt den linken Vorderfu\u00df. Es besteht die Gefahr vorzeitiger Verschlei\u00dferscheinungen des linken Vorderbeines.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:24px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Wann ist mein Pferd geradegerichtet?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Wenn die Hinterhand und die Vorhand aufeinander einspuren<\/li><li>Wenn die Schubkraft der Hinterhand voll in Richtung unter den Schwerpunkt des Pferdes wirkt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Das Geraderichten eines Pferdes beginnt schon damit, dass das junge Pferd vor dem Anreiten an der Longe sein Gleichgewicht auf beiden H\u00e4nden schult. Schon hier wird gegen die nat\u00fcrliche Schiefe gearbeitet, da das Pferd auch auf der \u201efesten\u201c Seite auf einem Zirkel gehen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Die &#8220;geraderichtende Biegearbeit&#8221; beginnt mit den einfachen Wendungen (Durchreiten der Ecken, Schlangenlinien, Zirkel, Volten). Anspruchsvollere \u00dcbungen sind das Schultervor und das Reiten-in-Stellung, die schlie\u00dflich zum Schulterherein f\u00fchren. Die echten Seiteng\u00e4nge f\u00f6rdern weiter die Beweglichkeit des Pferdes und erreichen zunehmend durch eine beidseitige Biegung, dass das Pferd geradegerichet wird. Die geraderichtende Biegearbeit ihrerseits ist f\u00fcr die Versammlung unerl\u00e4sslich, da nur so die Hinterhand gleichm\u00e4\u00dfig viel Last auf beiden Hinterbeinen aufnehmen kann, ohne dass eine Seite ausbricht statt unter den Schwerpunkt zu treten.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Versammlung<\/strong><a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/1\/14\/Druckpunkt-sattel.jpg\"><\/a><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Versammlung<\/strong> bedeutet, dass die Hinterhand des Pferdes vermehrt die Last des Reiter- und Pferdegewichts aufnimmt. Definiert wird sie als &#8220;derjenige Zustand des Pferdes, in welchem es zur Zusammenfassung aller Kr\u00e4fte zu einem bestimmten Zweck seine Vorhand durch vermehrte Lastaufnahme der gebeugt untertretenden Hinterhand erleichtert&#8221;. Bedeutsam ist die Versammlung nicht nur f\u00fcr das Dressurreiten, sondern &#8211; wenngleich in geringerem Ma\u00dfe &#8211; auch f\u00fcr das Springen und die Vielseitigkeit.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-4\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/pferdekultur.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-117\" width=\"232\" height=\"275\" srcset=\"http:\/\/pferdekultur.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik.jpg 496w, http:\/\/pferdekultur.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-253x300.jpg 253w\" sizes=\"(max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><figcaption>Quelle: Klaus Sch\u00f6neich Zentrum f\u00fcr Anatomisch richtiges Reiten\u00ae &amp; Schiefen-Therapie\u00ae<\/figcaption><\/figure><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow\">\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>versammeltes Pferd<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Pferd auf der Vorderhand<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Laut <em>Dressur-Richtlinien<\/em> der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) dient die Versammlung erstens dazu, das Gleichgewicht des Pferdes, das durch das zus\u00e4tzliche Reitergewicht gest\u00f6rt wird, zu entwickeln und zu verbessern. Zweitens soll die F\u00e4higkeit des Pferdes erh\u00f6ht werden, die Hinterbeine mehr zu beugen, damit die Vorhand entlastet und beweglicher wird. Drittens tr\u00e4gt die Versammlung zur Leichtigkeit und Selbsthaltung des Pferdes bei und macht das Reiten angenehmer. Je nach Versammlungsgrad &#8220;k\u00f6nnen Haltung und Durchl\u00e4ssigkeit bis zu ihrem H\u00f6chstma\u00df gesteigert werden&#8221;. Der &#8220;durchl\u00e4ssige Gehorsam in der Versammlung&#8221; ist nach Seunig die &#8220;Krone der Ausbildung&#8221;. Er macht darauf aufmerksam, dass aber &#8220;nicht alle Pferde&#8221; den gleichen hohen Versammlungsgrad erreichen k\u00f6nnen. Wenn ein Pferd jedoch in der Lage ist, &#8220;sich zeitweise bis zu einer Selbsthaltung versammeln zu lassen, bei welcher vorderes und hinteres Beinpaar je die H\u00e4lfte der Last zu tragen hat und die so weit geht, da\u00df bei einzelnen Lektionen die Hinterhand den \u00fcberwiegenden Teil der Last, wenn nicht sogar ihre Gesamtheit willig und elastisch federnd aufnimmt&#8221;, ist es &#8220;allen anderen Pferden \u00fcberlegen&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Zum Erreichen und zur Verbesserung der Versammlung werden so genannte versammelnde Lektionen gearbeitet. Ihre Vervollkommnung ist zugleich ein Ma\u00df f\u00fcr die zunehmende Versammlungsf\u00e4higkeit des Pferdes.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Tempowechsel im Trab und Galopp (unter Beibehaltung von Takt und Schwung)<\/li><li>Gangartwechsel und ganze Paraden<\/li><li>Einfacher Galoppwechsel<\/li><li>R\u00fcckw\u00e4rtsrichten<\/li><li>Arbeit auf gebogenen Linien inklusive Au\u00dfenbiegung und -stellung sowie Zirkel verkleinern und vergr\u00f6\u00dfern<\/li><li>Volten<\/li><li>Vorbereitung der Seiteng\u00e4nge durch Schenkelweichen, \u00dcbertreten, Schultervor oder Kruppevor<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Ist ein ausreichendes Ma\u00df an Versammlung hergestellt, k\u00f6nnen auch Lektionen gefordert werden, die nur aus der Versammlung heraus fehlerfrei geboten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Au\u00dfengalopp<\/li><li>Kurzkehrtwendung<\/li><li>Hinterhandwendung<\/li><li>Schrittpirouetten<\/li><li>Seiteng\u00e4nge wie Schulterherein, Renvers \/ Travers, Traversalen<\/li><li>fliegender Galoppwechsel<\/li><li>Piaffe\/Passage<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Die Beherrschung der Versammlung erfordert ein hohes Ma\u00df an Vertrauen zwischen Pferd und Reiter, Kondition und Muskelkraft des Pferdes. Sie wird mit fortschreitender Ausbildung des Pferds immer st\u00e4rker verlangt und findet in den Lektionen der Hohen Schule ihren H\u00f6hepunkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierbei ist in den Lektionen der klassischen Reitkunst eine logische Abfolge immer st\u00e4rkerer Versammlung zu erkennen, in der Reihenfolge:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Piaffe \/ Passage (deutliche Absenkung der Hinterhand zum Trab (fast) auf der Stelle bzw. mit Druck nach oben)<\/li><li>Levade \/ Pesade (das gesamte Gewicht liegt ausschlie\u00dflich auf den Hinterbeinen)<\/li><li>Kapriole \/ Courbette (zus\u00e4tzlich zum Tragen seines Gesamtgewichts kann das Pferd sich aufgrund seiner gro\u00dfen Kraft noch mit den Hinterbeinen vom Boden schnellen)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Takt Takt ist das r\u00e4umliche und zeitliche Gleichma\u00df aller Schritte, Tritte und Spr\u00fcnge. 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